Antimon


Antimon

Antimōn, Spießglanz, Spießglas (Stibium, chem. Zeichen Sb), dem Arsen nahe verwandtes Metall, findet sich meist mit Schwefel als Antimonglanz, aus diesem dargestellt durch Oxydations- und Reduktionsprozeß oder durch Eisen (Niederschlagsarbeit). A. ist silberweiß blättrig-kristallinisch, spröde, an der Luft unveränderlich; Atomgewicht 119,52; spez. Gewicht 6,7; schmilzt bei 425°; verbrennt, stärker erhitzt, zu einem weißen Rauch, Antimonoxyd, antimoniger Säure. A. findet zu Legierungen und medizinisch in Form von Brechweinstein (s.d.) Verwendung. Die Legierungen sind härter als die mit A. legierten Metalle: so Hartblei (Blei und A.), Letternmetall (Blei, A., Zinn), Britanniametall (Zinn, A., Kupfer), Antifriktionsmetall (Zink oder Zinn mit A. und Kupfer, auch nur Zinn und A.). Antimonsäure, ein blaßgelbes Pulver, erhält man durch Glühen des A. mit Salpeter; Antimonchlorür, Dreifachchlor-A., Antimonbutter, durch Kochen von Schwefel-A. mit Salzsäure als weiße, zerfließliche Masse erhalten, dient zum Beizen und Brünieren von Eisen (Bronziersalz), zur Herstellung von Lackfarben, als Ätzmittel; Antimonchlorid, Fünffachchlor-A., farblose, ölige Flüssigkeit, erhalten durch Einleiten von Chlor in Antimonchlorür, ist flüchtig (raucht an der Luft); Schwefel-A. ist entweder Dreifachschwefel-A. (Antimonsulfür) oder Fünffachschwefel-A. (Antimonsulfid). Ersteres kommt als Antimonglanz natürlich vor und existiert in einer schwarzen und einer roten amorphen Modifikation; aus seiner Lösung in Schwefelalkalien fällt beim Erkalten ein aus Dreifachschwefel-A., Antimonoxydnatron und Antimonoxyd bestehender roter Niederschlag aus, der früher arzneilich verwendete Kermes (Mineralkermes). Fünffachschwefel-A. (Goldschwefel, Sulfaurat), orangefarben, entsteht beim Zersetzen des Schlippeschen Salzes (aus Schwefel, A., Natrium bestehend) mit Schwefelsäure, medizinisch gebraucht.


http://www.zeno.org/Brockhaus-1911. 1911.

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  • Antimon — (Spießglanzmetall, Stibium oder Antimonium metallicum) Sb, Atomgewicht 120, spez. Gew. 6,7–6,86. Silberweiß, stark metallglänzend und von blätterig kristallinischer Struktur (Rhomboeder); es ist spröde und läßt sich deshalb leicht zu Pulver… …   Lexikon der gesamten Technik

  • antimon — àntimon m DEFINICIJA kem. element (simbol Sb, atomski broj 51); siv, sjajan i krhak metaloid, služi za jačanje olovnih i cinkovih legura (npr. legura za tiskarski slog od olova, antimona i kositra), djeluje toksično; stibij SINTAGMA antimon kalij …   Hrvatski jezični portal

  • Antimon — Sn (ein Halbmetall) per. Wortschatz fach. (15. Jh., Form 18. Jh.) Entlehnung. Antimonium ist eine im Mittellatein auftretende Bezeichnung unklarer Herkunft (spgr. anthemṓnion Blüte, [Ausgeblühtes ?]) für das im klassischen Latein l. stibium, gr.… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Antimon — (Chem., Spießglanzmetall, Spießglanzkönig, Regulus antimonii, Stibium, Zeichen: Sb., At. Gew. 1612,9), rhomboëdrisches, zerbrechliches, blättriges, glänzendes, bläulich (wenn es völlig rein ist) silberweißes (an der Luft geglüht), sich als ein… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Antimōn — (Miner.), Spießglanz, bildet bei Leonhard eine Gruppe der Mineralien mit den Geschlechtern gediegen A., A glanz, Bournomt, A ocker u. A blüthe. Es kommt natürlich vor A) metallisch vererzt u. zwar a) als Gediegen A. (Rhomboedrisches A.), mit… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Antimon — Antimon, ein Metall von grauweißer Farbe, leichter Schmelzbarkeit und großer Sprödigkeit. Es hat die Eigenschaft, Metalle, mit denen es vermischt wird, härter zu machen, daher man es anwendet, um es mit dem Blei zu Buchdruckerlettern zu verbinden …   Damen Conversations Lexikon

  • Antimōn — (Spießglanz, Spießglas, Spießglanzkönig, Antimonium, Stibium, Regulus Antimonii) Sb, chemisches Element, findet sich selten gediegen (Andreasberg, Přibram, Allemont, Schweden), meist mit Schwefel verbunden als Antimonglanz (Grauspießglanz) Sb2S3… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Antimon — Antimon, Spießglanz, gehört unter die unedlen, leicht schmelz und verdampfbaren Schwermetalle, ist von zinnweißer Farbe und blätteriger strahliger Textur, kommt in der Natur selten gediegen oder als Oxyd oder Antimonensäure, wohl aber häufig als… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Antimon — Eigenschaften …   Deutsch Wikipedia

  • Antimon — An|ti|mon 〈a. [′ ] n. 11; unz.; chem. 〉 chem. Element, ein Metall, silberweiß, glänzend, in Legierungen für Letternmetall u. für lichtelektr. Zellen verwendet, Ordnungszahl 51; Sy Stibium [<mlat. antimonium <arab. alithmidun „Spießglanz“] * …   Universal-Lexikon